Überlebenstest. Edelburg Development CEO Sergey Kucher über die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt.

Überlebenstest. Edelburg Development CEO Sergey Kucher über die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt.

Auf der einen Seite gibt es zwei Wahlphasen, auf der anderen Seite Gesetzgebungsinitiativen, Änderungen der Baunormen und Spielregeln.
Einige Unternehmen haben den politischen Umschwung und den Wechsel der Entwicklungsvektoren überstanden, andere nicht. Was auf dem ukrainischen Immobilienmarkt passiert, ob die Preise für Wohnräume steigen und welche Immobilienformate bei Käufern gefragt sind erzählt CEO von Edelburg Development, Sergey Kucher, in einem Interview für NV Business.

 


— Sie haben erfolgreiche Erfahrung in der Umsetzung von Wohnimmobilienprojekten in Zusammenarbeit mit Akteuren aus der ukrainischen Hauptstadt, sowie mit selbständig umgesetzten Objekten im Ausland. Warum haben Sie sich entschieden, die Marke Edelburg Development auf den ukrainischen Markt zu bringen?


— Zunächst stand ich am Ursprung der Firma NEST, die ich mit meinen Partnern gegründet habe. Dies sind Hunderttausende von umgesetzten Quadratmetern. Dann ging ich in die Politik, wurde zum Parlamentsabgeordneten, später zum Staatsbeamten. Mehrere Jahre lebte ich im Ausland, wo ich mich wieder aktiv der Bauentwicklung widmete. Zuerst gab es Projekte in Deutschland, dann in Österreich. Dort ist die Marke Edelburg Development bekannt, es gibt aussagekräftige Objekte und erfolgreiche Projekte. Daher verfügen ich und das Team, das mit mir zusammenarbeitet, über genügend Erfahrung und Wissen. Es gab für uns drei Gründe Edelburg Development auf den ukrainischen Markt zu bringen. Erstens haben wir klar verstanden, dass die Qualität und Positionierung der Objekte einfach nicht den Käufererwartungen entsprechen. Zweitens unterscheidet sich die Herangehensweise an die Konzeption und Umsetzung von Projekten in unserem Land völlig von der allgemein üblichen. Drittens arbeiten wir auf dem europäischen Markt aktiv mit Banken zusammen. Und wir sind sicher, dass sie, wenn sie auf den ukrainischen Markt kommen und dies soll früher oder später der Fall sein, mit den Akteuren zusammenarbeiten werden, die bekannt und vertrauenswürdig sind.

 


— In den letzten Jahren erlebt die Branche eine Ära des Wandels. Inwieweit schwerer ist es geworden, nach den neuen Baunormen zu bauen?


 — In Wahrheit haben wir den Unterschied nicht wirklich gespürt. Wir haben nie gegen die Baunormen verstoßen, weil wir es gewohnt sind, ehrlich und nach den Regeln zu arbeiten. Die Sektorreform ist ein guter Trend zur Verbesserung der Wohnqualität. Das einzige, was dem Endverbraucher noch nicht vollständig bewusst ist, dass die Einführung dieser Normen definitiv die Kosten pro Quadratmeter beeinflussen wird.

 


— Jetzt sprechen die Medien von der Umverteilung des Immobilienmarktes. Ehrlich gesagt, fiebert die Hauptstadt. Können Sie vorhersagen, wie sich die Situation weiter entwickeln wird?


— Ich denke, jeder versteht, dass dies passieren wird. Ob einige Bauträger vom Markt verschwinden oder nur einzelne Projekte eingestellt werden – die Zeit wird es zeigen. Die Korruptionskomponente in unserem Sektor, insbesondere unter der vorherigen Regierung, war kolossal. Neue Bauträger erschienen mit einem Handgriff, wenn jemand den administrativen Einfluss ausnutzen konnte. Sie bauten schnell einen Zaun auf, begannen mit minimalen Eigeninvestitionen eine Grube zu graben und setzten den Bau auf Kosten der Investoren fort. Ich glaube, dass sich diese Situation jetzt ändern wird. Wir haben uns für einen anderen Weg entschieden und noch in der Entwurfsphase das Verhältnis unserer eigenen und Fremdinvestitionen klar festgelegt haben – und zwar 60% zu 40%. Deshalb macht uns die Situation, die sich jetzt entwickelt, keine Angst, sondern freut uns eher, würde ich sagen. Diejenigen Bauträger, die es gewohnt sind, nur für das Geld von Investoren zu bauen, werden auf jeden Fall Schwierigkeiten bekommen. Wir halten es für moralisch unakzeptabel, das Geld als Gewinn aus dem Projekt zu entnehmen, bis das Objekt die vollen Kosten gesammelt hat, die in der Feasibility-Studie berechnet wurden.

21.10.2019